Der Begriff „Mala“ (माला mālā) ist Sanskrit und bedeutet so viel wie Meditationskranz oder Gebetskette. Die Mala wird schon seit über 2.500 Jahren im Buddhismus und Hinduismus für die Meditation und für die Rezitation von Mantren verwendet. Sie besteht traditionell aus 108 Perlen. Die Perlen werden aus natürlichen Materialien wie Rudraksha-Samen, Sandelholz oder Edelsteinen gefertigt. Auch in anderen Religionen hat die Gebetskette eine lange Tradition, wie der katholische Rosenkranz oder der muslimische Tasbih. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl und den Rhythmus der Perlen sowie die Materialien und religiösen Symbole. Doch alle dienen sie als Zähl- und Konzentrationshilfe für Gebete, Mantren oder Lobpreisungen.
Die Zahl 108 ist im Buddhismus und Hinduismus eine heilige Zahl mit vielen mystischen Bedeutungen.
Im Buddhismus verkörpern die 108 Perlen die 108 Bände der Lehren Buddhas oder die 108 Weisheiten, die er mit seiner Erleuchtung unter dem Bodhibaum hervorgebracht hat. Unterteilt in 4 Bereiche symbolisieren sie 27 Leidenschaften, die in 27 Tugenden zu verwandeln sind, sowie 27 Herzenstrübungen, die zu überwinden sind, um 27 Erleuchtungsqualitäten zu verwirklichen. So steht jede der 108 Perlen für eine Erkenntnis auf dem Weg zur Erleuchtung.
Im Hinduismus stehen die 108 Perlen für die 108 Gottheiten und ihre Inkarnationen. Als Rudraksha-Samen symbolisieren sie auch die Tränen Shivas. Sie helfen uns dabei, unserem spirituellen Weg treu zu bleiben.
Es gibt auch die Erklärung, dass ein Mantra seine volle Wirkung erst nach 108 Wiederholungen voll entfalten kann.
Eine weitere Bedeutung sind die 108 Energiebahnen des menschlichen Körpers.
Auch als Zahl an sich hat die 108 eine sehr tiefe Bedeutung, wenn wir uns die Symbolik jeder einzelnen Zahl verdeutlichen: Die 1 steht für die Vollkommenheit der Schöpfung, das eine große Ganze. Die 0 steht für die Leere, aus der heraus Neues und Fülle entstehen kann. Die 8 symbolisiert die Unendlichkeit.
Die 108 Perlen der Mala werden traditionell aus Naturmaterialien wie Rudraksha-Samen, Bodhi-Samen, Sandelholz oder Edelsteinen gefertigt. Dabei symbolisieren Rudraksha-Samen die Tränen Shivas. Bodhi-Samen erinnern uns an die Erleuchtung Buddhas unter einem Bodhibaum. Besonders vielfältig ist die Bedeutung und Wirkung bei der Verwendung von Edelsteinen.
Marker-Perlen heben sich durch ihre andere Größe oder Haptik von den anderen Perlen ab. So können sie uns während der Meditation als Zähl- und Orientierungsperlen dienen. Als Art „Stolpersteine“ können sie uns auch helfen, unsere Aufmerksamkeit zurück zu bringen und uns wieder zu fokussieren. Wenn sie an den Positionen 27, 54, 55 und 81 platziert sind, teilen sie die 108 Perlen in einen Viertel-Rhythmus ein. Aber auch andere Platzierungen und Unterteilungen sind möglich.
Die Guru-Perle repräsentiert die Verbindung zum eigenen spirituellen Lehrer oder höheren Selbst. In der Meditation markiert sie den Anfang und das Ende. Wir beginnen und beenden die Mala-Meditation immer mit der Guru-Perle. In ihr sammeln sich alle Energien, Intentionen und Herzensqualitäten, die wir während der Meditation bewusst wachgerufen haben.
Die Quaste ist ein Symbol für den tausendblättrigen Lotus. Über die vielen Fäden dürfen die Intentionen und Energien, die sich in der Guru-Perle gesammelt haben, wieder in die Welt hinausfließen. Sie erinnert uns daran, unsere Erkenntnisse und Verdienste zu teilen.
Ein Symbol-Anhänger kann das Thema einer Mala unterstreichen und uns an die eigene Intention oder spirituelle Ausrichtung erinnern. Als Schmuck-Anhänger verleiht er der Mala eine besonders edle und feine Ausstrahlung.

